10 Fragen an Karolin von karolinsmoment: gesunde Ernährung im Alltag

Ernährung: Karolin Interview

Ernährung: Karolin BildWir haben uns mit der wunderbaren Karolin Pilz getroffen. Die 29-jährige ist seit 6 Jahren auf ihrem Instagramprofil karolinsmoment aktiv und führt einen Blog. Mit dem Hauptthema Laufen, aber auch Tipps und Tricks rund um das Thema Ernährung und dem Weg, seine persönliche Balance zu finden, begeistert sie ihre Community.

Wir durften ihr einige Fragen zum Thema Ernährung im Alltag stellen.

1.Wann hast du angefangen, dich mit gesunder Ernährung zu beschäftigen?

Vor etwa 6 Jahren, als das Thema sehr präsent wurde. Ich hab mich damals inspiriert von Sophia Thiel in einem Fitness-Studio angemeldet und damit begonnen, mich mit dem Thema: Ernährung, Proteine, Auswirkung von Kohlenhydraten und Kalorienbedarf zu beschäftigen. Mit dieser neuen Begeisterung für Fitness und Kraftsport habe ich intensiv damit begonnen, mich mit dem Thema Ernährung zu befassen.

2.Wie beschreibst du deine Ernährung?

Aktuell ist das ein ziemliches Kuddelmuddel. Bis vor einem Jahr hatte ich eine Phase, in der ich sehr streng war: kein Zucker und ausschließlich clean. Heute bin ich in einem Stadium, in welchem ich auch mal ein Eis esse, aber auch Brot und Pasta. Natürlich nicht jeden Tag, aber ich versuche momentan wieder die Balance zu erlernen, dass es keine schlechten Lebensmittel gibt. Meine Ernährung ist aktuell hauptsächlich ausgewogen, sprich viel Gemüse und Obst, wenig Fleisch, Nüsse und viele Eier. Und dann ab und zu mal Sachen, die das Herz und die Seele begehrt.

3.Ernährst du dich immer noch nach dem Prinzip des intermittierenden Fastens?

Ja, ich bin ein ganz großer Fan von intermittierendem Fasten. Für mich selbst habe ich herausgearbeitet, dass ich merke, dass mein Körper Zeit benötigt, um die zugeführten Nährstoffe zu verarbeiten. Außerdem lernt man hierbei: Wann habe ich wirklich Hunger/Wann habe ich vielleicht nur Durst?

Ich starte meinen Tag damit, viel zu trinken und fange erst an zu essen, wenn ich wirklich Hunger verspüre. Dann greife ich zu leichten, unverarbeiteten Lebensmitteln wie Obst und Gemüse. Meine Fastenfenster bewegen sich zwischen 10 und 14 Stunden, aber ich faste nicht strickt nach Minute. Ich mache das spontan und höre auf meinen Körper. Durch das Intervallfasten fühle ich mich aktiv, fit und voller Energie.

4.Was hältst du von Ernährungstrends wie Paleo oder Low-Carb?

Grundsätzlich finde ich solche Ernährungstrends weder gut noch schlecht. Das ist jedem selber überlassen, wie er sich ernähren möchte. Zu Low-Carb kann ich sagen: muss man ausprobieren. Wenn man merkt, der Körper reagiert gut darauf und man kann vom Energiehaushalt damit umgehen, so ist das super. Fragt sich nur wie lange, das gut geht. Ich persönlich finde Kohlenhydrate absolut wichtig. Den Paleo-Trend finde ich sehr gut. So würde ich nämlich auch meine aktuelle Ernährungsform beschreiben. Paleo zielt darauf ab, so möglichst unverarbeitet wie möglich zu essen – eben wie in der Steinzeit: vom Feld direkt auf den Teller. Das gute an dem Trend ist auch, dass es keine Regeln gibt. Jeder kann sich seine Eigenen rauspicken, weshalb diese Ernährungsform so facettenreich ist. Durch die vielen Zugänge, die Paleo bietet, ist der Trend gut für eine breite Masse geeignet.

5.Findest du es eher schwer oder leicht, eine ausgewogene und gesunde Ernährung in deinen Alltag einzubauen? Wie bewältigst du das? Hast du Tipps?

Grundsätzlich, wenn ich ehrlich bin, finde ich das leicht. Ausgewogene Ernährung bedeutet zunächst einmal die Bereitschaft dazu. Die Bereitschaft, sich zu öffnen, sich die Zeit zu nehmen und sich damit zu befassen, welche Lebensmittel mir gut tun, wo ich diese herbekomme und wie ich sie zubereiten kann. Beschäftigt man sich damit und hat herausgefunden, was einem gut tut, dann ist dies im Alltag mit etwas Selbstliebe und Organisation leicht umzusetzen. Ich packe mir etwas Obst ein, schäle eine Karotte oder koche vor. Auch im Büro kann man Lebensmittel gut lagern, welche nicht gekühlt werden müssen. Außerdem nehme ich mir auch gerne Zeit am Wochenende, um zum Beispiel Paleo-Riegel vorzubereiten. Grundsätzlich bin ich der Meinung, wenn man sich wirklich gesund ernähren will und einem die eigene Gesundheit wichtig ist, hat man nicht die Zeit, sondern man nimmt sie sich dafür.

6.Hat sich deine Einstellung zu Ernährung und Sport durch deine Präsenz auf Instagram verändert? Fühlst du dich als Vorbild? Beeinflussen dich die sozialen Medien in irgendeiner Art und Weise?

Ja, Instagram hat mich damals vor 6 Jahren total beeinflusst. Die ersten 2 Jahre fand ich die sozialen Medien unheimlich inspirierend. In der Zeit, in der mich Instagram begleitet hat und ich älter geworden bin, ist für mich die Schwelle des Drucks immer mehr angestiegen. Von überall kommen immer mehr Idealbilder und Vorgaben, wie eine „perfekte Ernährung“ auszusehen hat – und somit natürlich auch ein gewisser Erwartungsdrucks. Zusätzlich gilt, dass wenn man sich als Person aus dem Fitnessbereich in der Öffentlichkeit zeigt, wird ständig darauf geachtet, ob man immer gesund isst und  zu 100%  in shape ist.

Instagram hat nicht nur meine Auffassung, sonder auch mein Essverhalten beeinflusst und im negativem Sinn verändert. Für mich selber ist es deshalb immer wieder eine Herausforderung zu sagen: „Ich bin nicht unbedingt DAS Idealvorbild, sondern ich möchte mich lieber als INSPIRATION sehen. So will ich zeigen, dass man auch mit Schritten vor & zurück und Schokolade, trotzdem sportlich ist und man sich auch nicht direkt verrückt machen muss, ob man die Bauchmuskeln heute sieht.

7.Wie machst du das: isst du zu 100% gesund oder machst du auch mal Ausnahmen?

Nein, ich ernähre mich nicht zu 100% gesund – dazu liebe ich Essen generell zu sehr und möchte mir nicht mehr alles wie früher verbieten. Aktuell übe und lerne ich gerade trotz des teilweise immensen Druck durch Social Medien und Co. Ausnahmen wie Schokolade und Chips zuzulassen und mich damit auch während dem Genussmoment und darüber hinaus wohl zu fühlen. Deshalb traue ich mich wieder an „diese“ Lebensmittel, denn umso mehr man sich davon entfernt, desto größer wird die Hemmschwelle. Ich versuche also derzeit die Angst abzubauen und  zu merken, dass es nicht schlimm ist, weißen Zucker zu essen.

8.Welchen Stellenwert hat Sport in deinem Leben? Was für Sport machst du und wie oft? Gehört Sport für dich bei einer gesunden Ernährung dazu?

Ernährung: Karolin SportSport hat einen sehr hohen Stellenwert für mich, weil es nicht nur dafür da ist, mich körperlich zu formen, sonder auch für meinen Kopf. Wie oft ich Sport mache ist unterschiedlich und abhängig von meinem Terminkalender. Wenn ich unterwegs bin, prügel ich mich nicht morgens ins Gym. Deshalb ist die Häufigkeit von meinem Alltag abhängig, denn ich richten den Sport nach meinem Alltag und nicht dem Alltag nach dem Sport. Grundsätzlich mache ich 3 bis 4 mal pro Woche Sport. Hier kombiniere ich meine Leidenschaft des Laufens mit High Intensity Workouts.

Ja, für mich gehört Sport auf jeden Fall zu einer gesunden Ernährung dazu. Ich glaube an die Kombination der beiden. Sport bedeutet ja nicht nur Muskeln aufbauen, sondern hauptsächlich Bewegung. Dies wiederum schafft Bewusstsein für deinen eigenen Körper. Wenn man das Bewusstsein mit Ernährung kombiniert, kann man sehr gut ein eigenes Gefühl für das Zusammenspiel von „wie ernähre ich mich“ und „wie wirkt sich das auf meine Leistungsfähigkeit aus“ entwickeln.

9.Welche Lebensmittel hast du immer zu Hause beziehungsweise im Vorratsschrank?

Eier – ich liebe sie in allen Variationen. Zum Snacken habe ich immer braune, unbehandelte Mandeln im Schrank. Äpfel dürfen bei mir auch nie fehlen, vor allem meine Lieblingssorte Kanzi. Die Käsesorte Harzer Käse ist für manche schwierig, aber ich liebe ihn. Derzeit löffle ich auch täglich 1 bis 2 Löffel Mandel- oder Erdnussbutter.

10. Wenn dein Kühlschrank leer ist: bestellst du auch mal beim Lieferdienst oder kommt das bei dir nie vor?

Ehrlich gesagt bestelle ich nicht sehr oft Essen, da ich immer frisch und selber koche. Grundsätzlich glaube ich allerdings, dass es mittlerweile gute Lieferdienste wie eatclever gibt, die gutes Essen mit ausgewogenen und frischen Zutaten machen. Im Notfall würde ich also auch bei einem gesunden Lieferdienst mal als Ausnahme bestellen.




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