Intuitives Essen: Mareike Awe

10 Fragen an Mareike von intueat zum Thema intuitives Essen

Heute dürfen wir dir Dr. med. Mareike Awe vorstellen. Die 26-jährige Ärztin will mit dem von ihr entwickelten Programm intueat Menschen helfen, sich in ihrem Körper wohlzufühlen und eine gesunde Einstellung gegenüber ihrem Essverhalten zurückzugewinnen. Wir stellen Mareike ein paar Fragen rund um das Thema Ernährung und intuitives Essen.

1.Könntest du dich bitte einmal selbst kurz vorstellen,  Mareike?

Mein Name ist Mareike Awe. Ich bin 26 Jahre alt und lebe und arbeite in Düsseldorf. Ich bin Ernährungsmedizinerin, Mental Coach und zertifizierte Hypnotiseurin. Zusammen mit meinem Partner Marc Reinbach habe ich das erste Online Coaching Programm intueat entwickelt, das mit Hilfe der Kombination von intuitiven Essen und mentalem Training dem Teilnehmer zu seinem Wohlfühlgewicht verhilft.

2.Wann hast du angefangen, dich mit Ernährung zu beschäftigen?

Bis ins Teenageralter hatte ich mich überhaupt nicht explizit mit Ernährung beschäftigt. Ich habe alles gegessen, worauf ich Lust hatte. Da ich Leistungsschwimmen betrieb, habe ich auch keine Probleme mit meinem Gewicht gehabt. Erst als ich während der Schulzeit mit dem Leistungssport aufhörte, aber mein Essverhalten nicht umgestellt bzw. dem neuen Kalorienbedarf eines „Nicht-Leistungssportlers“ angepasst hatte, habe ich stark an Gewicht zugenommen. Von da an habe ich mich fast nur noch mit Ernährung bzw. Diäten beschäftigt. Das Kalorienzählen und der Verzicht gefolgt von unbeherrschten Fressattacken bestimmten meinen kompletten Alltag und mein gesamtes Denken. Ernährung wurde zur Qual. Ich meinte, mir vorgeblich ungesunde Nahrungsmittel und Schokolade völlig versagen zu müssen und zum Beispiel nur noch Obst oder Salat essen zu dürfen.

Aber alle Diät-Versuche scheiterten und – was noch viel schlimmer war – mein Selbstwertgefühl hatte enorm gelitten. Denn ich hatte, statt abzunehmen immer wieder zugenommen und mir selbst die Schuld für mein vermeintliches Versagen gegeben. Ich geriet in eine schreckliche Diätschleife.

3.Wie kamst du zu dem Thema „intuitives Essen“?

Intuitives Essen: Mareike Awe2Erst während meines Medizinstudiums stieß ich auf die Methode des intuitiven Essens – und was noch viel wichtiger war: des mentalen Trainings. Dieser Ansatz faszinierte mich aufgrund meiner eigenen Leidensgeschichte sehr und ich fing an, alles zu diesem Thema zu lesen. Ich begann die Zusammenhänge zwischen Psyche und Essverhalten immer besser zu verstehen. Der Gedanke, dass es einen nachhaltigen Weg gibt, jenseits schädlicher Diäten, ließ mich nicht mehr los. Denn Studien belegen, dass Diäten zu über 90% der Fälle scheitern und die „Abnehmwilligen“ hinterher meist mehr wiegen als vorher.

Ich lernte alles über die Funktionsweise unseres Gehirns und machte zusätzlich eine Ausbildung zum Mental-Coach. Auch durch Bücher und Seminare bildete ich mich weiter und erhielt entsprechende Zertifizierungen. Als mein eigenes Versuchskaninchen absolvierte ich mentale Trainings – meistens in Form von selbst eingesprochenen Audios. Schnell bemerkte ich eine Veränderung meines Bewusstseins. Ich wurde entspannter mit mir und mit meinem Essverhalten und es gelang mir immer besser, auf die wahren Bedürfnisse meines Körpers zu achten. Innerhalb von wenigen Monaten erreichte ich mein Wohlfühlgewicht. Doch was noch viel entscheidender war: Ich konnte mein Leben wieder  genießen!

Ich wollte meine Erfahrungen dann unbedingt mit anderen Menschen teilen. Denn mir war klar, dass ich nicht die Einzige mit diesem Problem war. Ich startete zuerst eine Pilotstudie mit 20 Probanden. Alle Teilnehmer hatten, genau wie ich, an Gewicht verloren und gaben ebenfalls an, dass sich ihre Lebensqualität deutlich verbessert hätte, und das in einem Maße, wie sie es vorher nicht kannten. Die Ergebnisse waren dermaßen verblüffend, dass wir von der Universität Düsseldorf mit dem Ideenpreis ausgezeichnet wurden. Im Anschluss meldeten sich weitere Interessierte für ein Training an und ich entschied mich, zusammen mit meinem Partner Marc Reinbach, der ebenfalls promovierender Arzt ist, noch während des Studiums unser Unternehmen intuMIND GmbH zu gründen. Unser Ziel war und ist, Menschen durch mentales Training zu mehr Gesundheit und Lebensqualität zu verhelfen. Mit unserem Online-Programm intueat haben wir es geschafft, in den letzten drei Jahren mehr als 12.000 Menschen zu ihrem Wohlfühlgewicht zu verhelfen.

4.Denkst du, dass soziale Medien und Ernährungstrends dem Essverhalten der Menschheit schaden?

Ganz bestimmt. In den sozialen Medien zeigen sich die meisten ja von ihrer vermeintlich besten Seite. Photoshop verleitet dann noch, zusätzlich etwas zu schummeln. Das war und ist ja auch in den klassischen Medien so. Doch der Druck, besonders auf junge Menschen, wird durch Instagram & Co noch verstärkt. Man vergleicht sich mit diesen perfekten Bildern und meint, dass man selbst nicht so viel Wert sei. Heutzutage hat schon eine Vielzahl von Teenagern mehr als eine Diät hinter sich. Angeblich gesunde Ernährungstrends, die einem vorschreiben, was man essen sollte und welche Nahrungsmittel man besser meidet, führen ebenfalls dazu, ein natürliches Essverhalten zu verlernen.

5.Ist es leicht, intuitives Essverhalten zu erlernen? Wie lange dauert das etwa und ist es für jedermann geeignet?

Jeder Mensch hat als Baby intuitiv gegessen. Ein Baby schreit, wenn es Hunger hat und verweigert jede Nahrungsaufnahme, wenn es satt ist. Doch durch äußere Regeln, wie durch Diäten oder Vorschriften wie „iss deinen Teller leer“ oder durch angewöhntes Stressessen, verlernt man diese angeborene Fähigkeit. Unser Essverhalten wird durch Gewohnheiten bestimmt. Und Gewohnheiten führen wir unbewusst aus. Genauso wie wir unbewusst die Schuhe zubinden können, ohne noch darüber nachzudenken.  Man kann es sich wie Trampelpfade vorstellen, die wir automatisch benutzen. Durch das mentale Training lernt man, neue Trampelpfade zu bilden und nach einiger Zeit wird man die alten „schlechten“ nicht mehr benutzen, sondern nur noch die neuen „guten“. Genauso können wir das intuitive Essen wieder erlernen. Im intueat Programm lernen die Teilnehmer in einem 10-wöchigen Coaching, Ihre Gedanken, Ihre Gefühlswelt und Ihren Körper in Bezug auf Ihr Essverhalten wieder in Einklang bringen. Im Prinzip ist das intuitive Essen tatsächlich für jedermann geeignet. Denn es ist ja das natürliche Essverhalten von natürlich schlanken Menschen. Nur in krankheitsbedingten Fällen wie Adipositas oder Anorexie sollte man sich mit seinem Arzt besprechen.

6.Welche Vorteile hat man, wenn man sich intuitiv ernährt? Gibt es auch Nachteile?

Wenn man sich das intuitive Essen verinnerlicht hat, gewinnt man eine völlig neue Freiheit und Lebensqualität. Die Gedanken werden nicht mehr vom Essen, vom Kalorienzählen oder dem Blick auf die Waage bestimmt. Der Körper weiß am besten, was er benötigt und durch das intuitive Essen hat man gelernt, die Signale des Köpers zu erkennen und entsprechend zu handeln – also das zu essen, was einem im Moment gut tut und nur dann zu essen, wenn man wirklich Hunger hat. Es bringt nur Vorteile mit sich. Und das nicht nur in Bezug auf sein Essverhalten.

7.Wie machst du das: isst du zu 100% gesund oder machst du auch mal Ausnahmen?

Intuitiv Essen bedeutet ja nicht nur noch Obst und Gemüse zu essen. Natürlich greife auch ich ab und zu einem Stück Schokolade oder gönne mir ein großes Eis. Das soll auch so sein. Wichtig dabei ist nur, dass man es bewusst genießt und es nicht als Ersatz für etwas anderes steht, wie zum Beispiel bei Stress oder Frust zu etwas Süßem zu greifen.

8.Gehört Sport für dich bei einer gesunden Ernährung dazu?

Für mich persönlich ist Sport ganz wichtig. Ich liebe es zu joggen oder schwimmen zu gehen. Auch der Körper mag es, wenn man sich bewegt. Er ist quasi darauf ausgelegt. Es gibt einem positive Energie und hält einen fit. Aber es muss ja nicht immer das große Sportprogramm sein. Nach der Arbeit einen Teil zu Fuß zu gehen hat auch schon viele positive Effekte. Man sollte seine eigene „Wohlfühlbewegung“ finden. Der Sport oder die Bewegung unterstützt einen dabei, sich gesund bzw. intuitiv zu ernähren, weil man direkt eine andere innere Haltung hat.

9.Welches Lebensmittel hast du immer zu Hause?

Ich darf ja keine Werbung machen. Aber ich liebe die Schokolade eines ganz bestimmten Herstellers. Davon habe ich immer einen kleinen Vorrat zu Hause.

10.Wenn dein Kühlschrank leer ist: bestellst du dann auch mal beim Lieferdienst oder kommt das bei dir nie vor? Was hältst du von unserem Konzept „gesunder Lieferservice“?

Ich habe angefangen selbst zu kochen und besorge meist auf dem Heimweg vom Büro noch etwas, das ich dann zuhause zubereite. Aber ich gehe auch gerne Essen. Wenn der Kühlschrank dennoch mal leer ist und ich keine Lust habe aus dem Haus zu gehen, wird auch schon mal etwas bestellt.

Früher war man ja auf wenige – oft nicht mal gute – Pizzaboten beschränkt. Zum Glück hat sich das geändert. In Düsseldorf gibt es eine große Auswahl an Lieferdiensten. Ein „gesunder Lieferservice“ ist da eine gute Alternative zu Pizza, Pommes & Co.



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