Fastenkur – so gesund ist Heilfasten!

Fastenkuren: Gemüsesäfte

Fasten ist definiert als ein freiwilliger Verzicht für eine bestimmte Zeit auf eine beliebige Sache: Handy, Fernseher, Auto, etc. Bei dem Verzicht auf Nahrungs- und Genussmittel spricht man auch vom Heilfasten, denn die Fastenkur tut der Gesundheit des Körpers mindestens so gut wie der Seele und dem Geist.  In diesem Beitrag klären wir dich auf, was dich während einer Heilfastenkur erwartet.

Warum eine Fastenkur?

Fasten ist heutzutage nicht mehr nur ein religiöses Ritual, sondern wird auch gerne für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden gemacht. Fastenkuren helfen dabei, den Körper zu entschlacken und von Schadstoffen zu reinigen sowie zu entwässern. Hierbei soll dem Körper verlorene Energie zurückgegeben werden. Nach einer Kur wirst du Verbesserungen deiner Gesundheit spüren: straffere Haut, ein gestärktes Immunsystem, gesenkte Blutfettwerte, stabilere Darmfunktion, Linderung chronischer Schmerzen usw. Der positive Nebeneffekt des Fastens ist, dass du lästige Kilos verlieren kannst. Es ist jedoch wichtig, gewisse Regeln während des Fastens einzuhalten.

Fehler bei einer Fastenkur

Bei einer sogenannten Nulldiät handelt es sich um eine Art des Fastens, bei welcher komplett auf Nahrung verzichtet wird und lediglich Kräutertees und Mineralwasser erlaubt sind. Für deinen Körper würde das bedeuten: Alarm. Der Stoffwechsel fährt herunter, bestehende Energie-Depots (Fettreserven, aber auch Eiweißverbindungen aus Muskeln) werden verwertet und das Gehirn erhält nicht mehr genügend Kohlenhydrate. Auf diesen Mangel folgen Müdigkeit, Kopfschmerzen und Abbauprozesse. Diese Art des Fasten hat zur Folge, dass in Zukunft wieder Energie-Depots angelegt werden für die nächste Notzeit. Somit tut diese Fastenmethode weder der Gesundheit gut, noch kannst du damit Gewicht verlieren.

Hiermit wollen wir klar stellen, dass Fastenkuren stets kontrolliert und am besten im Vorhinein mit Absprache eines Arztes durchgeführt werden sollten.

3 Phasen während des Fastens

Fastenkuren: Säfte

Während der Kur durchläuft der Körper drei Phasen.

Es beginnt mit der sogenannten Entlastungsphase. Hier soll die Ernährung umgestellt werden und die Aufnahme von Flüssigkeit allmählich erhöht werden (3 bis 4 Liter pro Tag). Die erste ein- bis dreitägige Phase gilt als die schwierigste, da der Körper durch die Umstellung mehrere Nebenwirkungen erfährt: Schwächegefühl, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Mundgeruch durch ausgeschiedene Abfallprodukte. Aber keine Sorge! Nach der Umstellungsphase legen sich die Beschwerden wieder.

Im Anschluss wird die Entschlackungsphase eingeleitet. Jetzt geschieht die Nahrungsaufnahme nur noch durch Flüssigkeiten. Trotzdem wird der tägliche Bedarf an Nährstoffen aber gedeckt. In dieser meist fünf bis sieben Tage langen Phase werden auch mithilfe der erhöhten Flüssigkeitszufuhr Fetteinlagerungen in den Muskeln und Giftstoffe  aus dem Körper gelöst. Als Flüssigkeiten eigenen sich:

  • Wasser
  • Obstsäfte
  • Gemüsesäfte
  • Brühe
  • Tees

Fastenbrechen ist die letzte Phase. Hierbei gewöhnt sich der Körper wieder langsam an eine normale Nahrungsaufnahme. Da der Körper während des Fasten die Produktion des Verdauungssafts im Magen eingestellt hat, ist es hilfreich, zunächst eher leichte, fettarme Speisen zu verzehren. Ansonsten können Magenkrämpfe und Kreislaufprobleme die Folge sein.

 

4 Fastenkuren im Überblick

1. Fasten nach Otto Buchinger

Diese Fastenkur basiert darauf, ausschließlich flüssige Nahrung aus Gemüsebrühen und Obst-/Gemüsesäften  sowie Kräutertees und Mineralwasser zu sich zu nehmen. Täglich kommt man somit auf ca. 250 Kalorien pro Tag und unnötiges Fett in Depots wie an Po oder Hüfte schmelzen. Die Kur nach Buchinger ist keine Nulldiät, da du deinen Körper durch die Flüssigkeiten mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Pflanzensubstanzen versorgst. Diese wirken entwässernd und festigend für das Bindegewebe. Zudem scheidet der Körper überflüssige Nahrung in Nieren und Darm durch die große Menge an Flüssigkeit aus. Somit wird der Körper von innen gereinigt und die Verdauung wird sanft angeregt.

Beachte: Verdünne jede Saftportion mit der gleichen Menge Mineralwasser, nimm die Flüssigkeit mit einem Löffel zu dir und kaue dabei jeden Schluck. Die Mahlzeit wird somit bestmöglichst verwertet, weil die Speichelbildung angeregt ist und die Verdauungsdrüsen aktiviert werden.

2. Fasten nach Franz x. Mayr

„Schonung, Säuberung und Schulung“ – das sind die drei Grundprinzipien des österreichischen Arztes. Verzehrt werden dürfen Kräutertees und Gemüsebrühe sowie dreimal am Tag ein altbackenes Brötchen mit 1/4 bis 1/2 Liter Milch. Durch die Milch werden wichtige Nährstoffe aufgenommen und sie wirkt der Entgiftung bei. Wichtig ist bei dieser Kur lange und langsam zu kauen, um den Speichelfluss anzuregen und die Nahrung für die Verstoffwechselung ideal vorzubereiten. Außerdem sollte zwischen den drei Hauptmahlzeiten eine mindestens 4-stündige Essenspause liegen.

Tipp: Basenpulver (ein TL in 250ml Wasser gelöst) vor dem Frühstück und Abendessen soll einen vorhandenen Säureüberschuss im Körper ausgleichen. Heilpflanzensäfte wie Birke unterstützen die Entgiftung, Artischocke stärkt die Darmfunktion und Holunder kräftigt das Bindegewebe.

3. Fasten nach Hildegard von Bingen

Die Kur, entwickelt von der berühmten Nonne und Naturärztin, ist speziell. Bei ihrem Fasten soll durch die Nahrungsreduktion der Kontakt zur Seele und die innere Einkehr erleichtert werden. Essen darfst du zweimal täglich eine Gemüsebrühe mit Dinkelschrot und vielen frischen Kräutern. Dazu noch gedünstete Äpfel, viel Fencheltee und ausreichend Bewegung. Bis zu 800 Kalorien sind bei der Bingen-Kur erlaubt.

4. Suppenfasten

Die Kur eignet sich für Faule oder Berufstätige, da du die Suppe vorgekocht in einer Thermoskanne überall hin mitnehmen kannst. Zum Frühstück gibt es eine Morgensuppe aus Haferflocken. Die Wundersuppe bindet überschüssige Säure, befördert Giftstoffe aus dem Körper und senkt zugleich den Cholesterinspiegel. Mittags und abends steht eine Gemüsebrühe auf dem Speiseplan, welche aufgrund reichlicher Ballaststoffe sättigt und die Fettverbrennung ankurbelt.

Tipp: Kohl und Brokkoli machen sich in der Gemüsebrühe besonders gut, da sie aufgrund ihrer Bitterstoffe entschlackend wirken. Auch Tomate, Karotte, Fenchel, Paprika und Zucchini kannst du in deine Suppe schnipseln. Ungeeignet als Zutat für die Suppe sind Hülsenfrüchte, da sie im oberen Verdauungstrakt nicht aufgespalten werden können.

 

Fastenkur: Bauch

Wenn du statt Fastenkuren lieber eine Diät machen willst beziehungsweise deine Ernährung dauerhaft umstellen möchtest, um Gewicht zu verlieren, lies diese Beiträge: beliebte Diäten, 80/20 Regel, Paleo-Diät, Clean-Eating oder Low-Carb Ernährung.



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